Parkett auf Holzbalkendecke im Altbau – worauf es ankommt

Sie renovieren einen Altbau mit Holzbalkendecke und fragen sich, welcher Parkettboden dafür geeignet ist?
Gerade bei historischen Gebäuden stellt diese Deckenkonstruktion besondere Anforderungen an Planung und Ausführung.

Als Meisterbetrieb mit Zusatzausbildung Restaurator im Parkettlegerhandwerk verfügen wir über das Fachwissen und die Erfahrung, Parkett auf Holzbalkendecken fachgerecht zu verlegen – ob Massivparkett, Fertigparkett oder andere Bodenbeläge.

Holzbalkendecke im Altbau – eine besondere Konstruktion

In Altbauten treffen wir häufig auf Holzbalkendecken. Sie waren bis Mitte des 20. Jahrhunderts eine gängige Deckenkonstruktion und werden heute im modernen Holzbau wieder eingesetzt.

Typische Eigenschaften einer Holzbalkendecke:

  • Knarrgeräusche durch veränderte Raumluft (z. B. Zentralheizung)

  • im Laufe der Jahre leicht durchgebogen

  • hellhöriger als Betondecken

Diese Eigenschaften müssen bei der Wahl des Bodenbelags unbedingt berücksichtigt werden.

Historische Parkettverlegung

Früher wurden massive Parkettdielen direkt auf die Holzbalkendecke genagelt oder geschraubt. Die Auswahl an Holzarten war überschaubar, aber aussagekräftig.

Verwendet wurden unter anderem:

  • Eiche

  • Buche

  • Fichte / Tanne

  • Pitchpine

An der Holzart lässt sich oft noch heute erkennen, wie hochwertig ein Gebäude ursprünglich ausgestattet war. Während in einfacheren Häusern Fichte oder Buche verbaut wurde, finden sich in repräsentativen Objekten häufig Eiche oder Pitchpine.

Heutige Herausforderungen bei Holzbalkendecken

Durch moderne Heizsysteme und veränderte Raumluftbedingungen zeigen sich heute typische Probleme:

  • Knarrgeräusche beim Begehen

  • Durchbiegungen der Konstruktion

  • geringere Schall- und Trittschalldämmung

Eine fachgerechte Sanierung setzt hier an der Konstruktion an – nicht nur am sichtbaren Bodenbelag.

Wann bleibt der alte Boden als Untergrund erhalten?

Ist die vorhandene Aufbauhöhe ausreichend und die Ebenheit grundsätzlich gegeben, können bestehende Dielen als Untergrund genutzt werden.
Sind Knarrgeräusche störend, wird der Altbelag häufig abgeschraubt, überarbeitet und anschließend als tragfähige Basis für den neuen Boden verwendet.

Eiche-Massivparkett auf Holzbalkendecke – so gehen wir vor

Altes Parkett ausbauen

Rückbau und Vorbereitung

Ist der alte Parkettboden stark beschädigt, wird er vollständig entfernt. Dabei kommt meist die historische Fehlbodenschüttung zum Vorschein – etwa aus Heu, Stroh, Schlacke oder Häcksel.

Im Zuge der Sanierung werden diese Materialien durch moderne, schalldämmende Dämmstoffe ersetzt, z. B.:

  • Mineralsfaser

  • Zellulose

  • Kokosfasern

Gleichzeitig prüfen wir die Balken auf Feuchtigkeit und Schädlingsbefall.

Eiche Massivparkett auf Holzbalkendecke verlegen

Ebenen Untergrund schaffen

Hat sich die Balkendecke über die Jahrzehnte durchgebogen, werden die Balken gezielt ausgeglichen. Dazu verschrauben wir Ausgleichsbretter entlang der Balken und richten sie exakt mit Wasserwaage und Richtscheit aus.

So entsteht die Grundlage für eine ebene, ruhige Parkettverlegung. In diesem Projekt kam eine Holzfaser-Dämmung zum Einsatz.

Eiche Massivparkett

Neues massives Parkett verlegen

Anschließend werden die neuen Eichendielen verschraubt verlegt. Das Ergebnis:

  • ebener Boden

  • keine Knarrgeräusche

  • deutlich verbesserte Schall- und Trittschalldämmung

Durch die geölte Oberfläche entsteht ein sehr natürlicher Parkettboden, der bei Bedarf mehrfach renoviert werden kann.

Knarrgeräusche reduzieren – weitere Möglichkeiten

In manchen Fällen werden vorhandene Holzdielen ausgebaut, überarbeitet und erneut verlegt. Sind die Oberseiten stark beschädigt, können die Dielen sogar gewendet werden (Unterseite nach oben).

Nach dem erneuten Verschrauben wird der Boden abgeschliffen und neu behandelt – eine bewährte Methode zur Reduzierung von Geräuschen.

Ein weiterer Tipp aus der Praxis

Auf einer Holzbalkendecke muss nicht zwingend eine massive Diele verlegt werden. Eine Verlegung eines Fertigparkett, Vinyls, etc. ist auch möglich. Bevor der neue Bodenbelag verlegt werden kann, werden auf den Holzbalken beispielsweise stabile OSB-Platten verlegt. Im Anschluss wird der neue Belag verlegt.

Fazit und Beratung

Welche Bodenlösung auf einer Holzbalkendecke sinnvoll ist, hängt vom Zustand der Konstruktion, der verfügbaren Aufbauhöhe und der gewünschten Optik ab.

Wir beraten Sie individuell und setzen Ihr Projekt fachgerecht um – mit Blick auf Substanz, Wohnkomfort und Langlebigkeit.