Die Unterschiede von schwimmend oder vollflächig verklebten Parkett.

Welche Verlegeart passt zu Ihrem Zuhause?

Beide Verlegearten haben ihre Berechtigung – unterscheiden sich jedoch deutlich in Aufbau, Komfort, Haltbarkeit und Raumwirkung. Ziel ist nicht, eine „richtige“ oder „falsche“ Lösung zu finden, sondern die Verlegeart, die zu Ihren Räumen, Ihrer Nutzung und Ihren Erwartungen passt.

Damit Sie eine fundierte Entscheidung treffen können, erklären wir die Unterschiede verständlich und praxisnah.

Betrachten wir die Unterschiede:

Schwimmende Verlegung – flexibel und schnell umgesetzt

Bei der schwimmenden Verlegung wird das Parkett nicht fest mit dem Untergrund verbunden. Die einzelnen Dielen werden – meist über eine Click-Verbindung – miteinander verbunden und liegen lose auf einer elastischen Unterlage.

Typische Eigenschaften der schwimmenden Verlegung:

  • schnelle und saubere Verlegung

  • der Boden ist bei Bedarf relativ einfach wieder zu entfernen

  • besonders bei Fertigparkett verbreitet

  • häufig von Heimwerkern bevorzugt

Vor der Verlegung wird eine Trittschall- bzw. Ausgleichsunterlage auf dem Untergrund ausgelegt. Darauf wird das Parkett schwimmend verlegt, ohne Kleber oder feste Verbindung zum Estrich.

Wichtig zu wissen:

Da keine feste Verbindung zum Untergrund besteht, kann dieser keinen stabilisierenden Beitrag leisten. Das Parkett arbeitet stärker, was sich je nach Aufbau auf Gehgefühl, Akustik und langfristige Stabilität auswirken kann.

Darstellung schwimmende Verlegung eines Parkettbodens

Quelle: Listone Giordano

Keine durchgehende Verlegung

Parkett mit Click-Verbindung ist nicht für eine durchgehende Verlegung über mehrere Räume hinweg ausgelegt. Parketthersteller geben in ihren Verlegeanleitungen maximale Raumlängen und -breiten vor, die ohne zusätzliche Bewegungsfugen zulässig sind.

Wird diese Fläche überschritten, müssen Dehnungsfugen eingeplant werden – in der Regel mithilfe von Übergangs- oder Abschlussschienen, häufig im Türbereich.

Problem moderner Grundrisse

Heute sind viele Wohnkonzepte offen gestaltet: Küche, Ess- und Wohnbereich gehen fließend ineinander über. Eine sichtbare Metallschiene mitten im Raum wirkt hier schnell störend und unterbricht das Gesamtbild.

Wer auf diese Schienen verzichtet, riskiert jedoch größere Bewegungen innerhalb der Fläche. Holz ist ein lebender Werkstoff und reagiert auf Veränderungen von Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Sein Quell- und Schwindverhalten macht ausreichend Bewegungsfugen zwingend erforderlich – besonders bei schwimmender Verlegung.

Nachteile im Alltag und bei der Renovierung

Weitere Nachteile einer schwimmenden Verlegung zeigen sich im täglichen Gebrauch:

  • Der Boden kann hohl klingen oder federn, insbesondere wenn der Untergrund nicht vollkommen eben ist.

  • Ursache sind kleine Luftpolster zwischen Untergrund und Parkett.

Auch bei einer späteren Renovierung ergeben sich Einschränkungen:

  • Beim Abschleifen bewegen sich die Parkettelemente leicht, was zu einem unruhigeren Schleifbild führen kann.

  • Bei der anschließenden Versiegelung kann Lack zwischen die Elemente laufen und sie seitlich miteinander „verkleben“.

In der Heizperiode können sich dennoch Fugen bilden – im ungünstigen Fall kommt es dann zu Lackablösungen an den Kanten.

Vollflächig verklebte Verlegung

Die vollflächige Verklebung von Parkett direkt auf den Estrich gilt aus handwerklicher Sicht als die hochwertigere und langlebigere Lösung. Der Untergrund trägt aktiv zur Stabilität des Bodens bei.

Vorteile der vollflächigen Verklebung:

  • ruhigeres Gehgefühl, kein Hohlklang

  • höhere Stabilität auch bei nicht perfekt ebenem Untergrund

  • bessere Wärmedurchlässigkeit – ideal bei Fußbodenheizung

Zeichnung Aufbau Zwei-Schicht-Parkett mit Birkensperrholz

Quelle: Listone Giordano

Auch gestalterisch überzeugt diese Verlegeart: Im Türbereich sind keine breiten Übergangsschienen notwendig, das Parkett kann durchgängig über mehrere Räume hinweg verlegt werden.

Vorteile bei Reparatur und Renovierung

Bei einem partiellen Schaden lassen sich einzelne Stäbe gezielt austauschen. Auch bei einer späteren Renovierung zeigt sich der Vorteil der festen Verbindung mit dem Estrich:
Das Parkett bleibt ruhig liegen, was ein gleichmäßigeres Schleifbild und ein hochwertigeres Endergebnis ermöglicht.

Kann man Parkett auf einem bestehenden Belag verlegen?

Ja, dies ist sowohl bei einer schwimmenden als auch einer fest verklebten Verlegung möglich.

Es müssen aber ein paar Dinge beachtet werden:

  • Der Altbelag muss noch mit dem Untergrund gut verbunden sein, damit sich der neue Boden mit dem alten Belag sich verbinden kann.
  • Die für den neuen Belag notwendige Höhe muss vorhanden sein. Bei Fertigparkett beträgt die Aufbauhöhe ca. 11 – 14 mm. Wird nur in Teilbereichen der Wohnräume ein neuer Bodenbelag verlegt, kommt es zu Höhenunterschieden zu den anderen Belägen. Stolperfallen entstehen.
  • Haus- und Eingangstüren müssen an die geänderte Höhe der Böden angepasst werden. Dies ist nicht schlimm, wenn es sich um eine langfristige Lösung handelt. Problematisch wird es, wenn zum Beispiel ein Laminat verlegt wird und nach ein paar Jahren dieser entfernt wird. Gekürzte Türen weisen dann einen Spalt zum Boden auf.
Zeichnung Parkettverlegung auf Fliesen oder Parkett

Fazit: Eine Entscheidung für die Zukunft

Die vollflächige Verklebung erfordert handwerkliches Können und wird in der Regel von Fachbetrieben ausgeführt. Wer sich als Bauherr oder Eigentümer dafür entscheidet, wählt eine dauerhafte, stabile und hochwertige Lösung, die sowohl optisch als auch technisch langfristig überzeugt.

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